Eine Sammlung zur Rheinschifffahrt
Im Jahr 1929 hatte Heinrich Etterich, der neue Düsseldorfer Hafendirektor, die Idee, eine Ausstellung über den Düsseldorfer Hafen und Handelsplatz zu entwickeln. Damit wollte er den Geschäftspartnern der Häfen die historisch gewachsenen Standortvorteile der Stadt mit ihrer guten Lage am Niederrhein vorführen. Für diese Idee gewinnt er die Leitung des Stadtgeschichtlichen Museums. Zusammen wurde in wenigen Jahren eine neue Sammlung zur Geschichte der Rheinschifffahrt aufgebaut. Sie zählt damit heute zu den ältesten am Rhein.
Dem ersten Ankauf eines Modellschiffes im Oktober 1930 folgten bald zahlreiche neue Objekte, wie Grafiken, Dokumente und vor allem Schiffsmodelle. Ein großer Teil der Ankäufe und Schenkungen wurde von Düsseldorfer und auswärtigen Hafenfirmen getragen. Der ursprüngliche Plan, Düsseldorfer Hafengeschichte am Niederrhein zu präsentieren, weitete sich bald auf die Darstellung der Entwicklung am gesamten Rheinverlauf und seiner Nebenflüsse aus. So konnte der Öffentlichkeit 1936 aus Anlass des Düsseldorfer Hafentags bereits eine Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum präsentiert werden.
Das rasante Wachsen der Sammlung führte dazu, dass nur ein Jahr später im „Grünen Gewölbe“ des Planetariums, dem Vorläufergebäude der heutigen Tonhalle, das „Schifffahrtmuseum“ eröffnet werden konnte. Zu dieser Zeit besaß das Museum bereits 74 Schiffsmodelle und überraschte bald mit unerwartet vielen Besucher*Innen.
Mit Kriegsbeginn verschwand die Sammlung lange Zeit in Magazinen.
Durch das große Engagement der bisherigen Förderer und Freunde ließen sich ab den 1950er Jahren zumindest einige Sonderausstellungen an verschiedenen Orten in Düsseldorf und Duisburg realisieren.
Die „alten“ Freunde gründeten 1954 unter Vorsitz von Heinrich Etterich nun den „Verein der Freunde und Förderer des Schifffahrtmuseums“ mit dem vorrangigen Ziel, für das Museum wieder ein dauerhaftes Ausstellungsgebäude zu finden.
Ihr Engagement führte nach unermüdlichem Einsatz 1978 zum Ziel:
Am 28. März beschloss der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf, das SchifffahrtMuseum dauerhaft im Schlossturm unterzubringen. Das ehrwürdige Denkmal überraschte bei den Baumaßnahmen mit einem weiteren, tiefliegenden Kellergewölbe. Dessen museale Nutzung verteuerte den Umbau deutlich.
So kam es zu einer großartigen Spendenaktion, zu deren Ergebnis von über 2 Mio. D-Mark alle Düsseldorfer Kreise beitrugen, von Privatleuten bis zu großen Firmen und Institutionen. Nach umfangreicher Restaurierung konnte am 14. Januar 1984 das Schifffahrtmuseum im Schlossturm eröffnet werden.
Seither wächst die Sammlung weiter. Die Dauerausstellung im Schlossturm sollte mit der Zeit gehen und wurde im Jahr 2001 und 2015 neugestaltet. Das Konzept zielt auf eine interaktive Vermittlung des Lebens auf und mit dem Rhein. Diese Weiterentwicklung ermöglichte maßgeblich und in bester Tradition der engagierte Freundeskreis des Museums. Diese und auch viele weitere Vorhaben wären nicht ohne den persönlichen Einsatz des langjährigen Vorsitzenden, Ernst Lamers, möglich gewesen.